Sanuk – Spaß auf Thailändisch

Sanuk (Thail. สนุก ) meint Spaßhaben und sich freuen wie ein Kind. Sanuk prägt die thailändische Gesellschaft, die vom Hedonismus der einfachen Freuden getragen wird. Sanuk bricht oft in ernste Tätigkeiten wie die Arbeit unmittelbar ein und unterbricht den Gang der Dinge. Wenn so Termine nicht eingehalten werden, kommt es vor, ganz einfach Sanuk als Grund zu nennen. Das hat etwas Erfrischendes an sich, da man nicht Arbeit, Stress oder Krankheit vorschützen muss, ernüchtert aber auch, weil man immer einen guten Grund hat, etwas nicht zu machen und zu einem Treffen nicht zu erscheinen, weil man ja immer Spass will.

Die elementaren Freuden (Kartenspielen, Bier trinken und Beieinandersein) sind dabei so einfach wie der impulsive Spaß des Kindes. Im Sanuk erhält sich der Erwachsene seine kindlichen Freuden und räumt ihnen einen prominenten Platz im Leben ein. Das Tischfeuerwerk auf dem buddhistischen Altar und das Verbrennen von Dollarblüten mischt auf diese Weise Ernsthaftigkeit und Hedonismus zu einer ernsthaften Lust.

Sanuk besticht durch seine Unbekümmertheit und seine Gegenwärtigkeit. Sorgenvolle Gedanken über die Zukunft werden dabei durch einen einfachen Genuss im Hier und Jetzt ersetzt. Die Lust ist also im besten Sinne des Wortes unbedarft und braucht nicht viel zu seiner Umsetzung. Dieser Kinderhedonismus für Erwachsene hebt sich vom deutschen Karneval darin ab, zum Kindsein völlig zurückzufinden, während der Jeck sich mehr bemüht, als sich auch tatsächlich ins Kindliche zurückzufreuen. Sanuk behält nichts zurück, stürzt sich in eine Lust hinein und geht darin auf.

 

 Sebastian Knöpker