Hundeglück Schafehüten

Border_Collie_(View_Dan)_3_mois,_mise_aux_moutonsManchen Tieren sieht man ihr Glück an. Wenn eine Amsel im Vogelbad das Wasser großzügig ringsum verspritzt, hat sie daran eine große Lust. Und ein kleiner Hund, der schon lange gerne ein kleines Kind kennen würde, damit es damit es mit ihm ums Haus rennt, weiß, was ihn glücklich macht. Kommt dann tatsächlich ein Kind und rennt mit ihm um die Wette, ist er in seinem Element.

Die Beschaffenheit des Hundes ist eine innere Eigenschaft und kann sich genauso gut in menschlicher wie in tierischer Gestalt zeigen. Das gilt auch für den Hund, der gerne etwas mehr Macht hat und seinem Hüteinstinkt folgen möchte. Manche Hunde haben es im Blut, so wie Border-Collies und sehen darin ihren Sinn und ihr Glück. Als Haustier hat so ein Hund aber wenig Möglichkeiten seiner Lebensaufgabe nachzugehen. Deswegen gibt es seit einiger Zeit Wochenendseminare für Hunde zum Schafehüten. Es ist ein Urlaub für den Hunde wie für den Hundehalter.

Der Hund geht dabei seinem Jagdinstinkt nach, der über die Jahrhunderte durch Zucht ein wenig verfeinert worden ist. Der Beutetrieb wird zur großen Lust, die Schafe zusammenzutreiben und zu kujonieren. Obwohl das anstrengende Arbeit für den Hund ist, fühlt er darin eine große Leichtigkeit. Je mehr Widerstand, desto größer ist seine Energie und seine Lust, die Schafe doch noch auf die Reihe zu bekommen. Der Hund hat also eine Urlust am Drangsalieren.

Hühner kommen dafür nicht in Frage, weil sie bei Gefahr in alle Richtungen davonrennen und der Hund so keine Herde zusammenbekommt. Wenn er zwei Hühner zusammen gedrängt hat und sich um die anderen kümmert, stiebt schon wieder alles auseinander. Und bei Pferden läuft es oft beim Hund selbst schief, der dann oft das falsche Pferd in die falsche Richtung jagt. Richtig gut kommt der Herdeninstinkt mit dem Jagdtrieb des Hundes erst bei den Schafen zum Tragen. Sicher, auch hier gibt es Widerborste, die sich nicht einschüchtern lassen oder dem Hund das Hinterteil zuwenden, um ihm nicht in die Augen schauen zu müssen. Aber im Laufe des Wochenendes lernt der Hund auch damit umzugehen.

Auch den Hundehalter durchfreut es, wenn er sieht, wie sein Hund in der Arbeit aufgeht. Es ist eine sehr entspannte Freude, weil er nur daneben steht und nichts weiter machen muss. Er freut sich an der Freude des Hundes und ist an einem Platz, an dem die Welt sich gut um ihn herum bewegen kann.

Sebastian Knöpker